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Kochen mit Freunden
Aachener kochen zusammen mit Geflüchteten

Ort: Gemeinschaftshauptschule Drimborn, Obere Drimbornstr. 50
Zeit: dienstags 16:00 - 18:00 Uhr
um kurzfristige Anmeldung über unser Kontaktformular wird gebeten
Kontakt: Dr. Heike Heinen

In der Schulküche der GHS Drimborn findet jeden Mittwoch ein gemeinschaftliches Kochen statt. Es beginnt abwechselnd um 14:30 Uhr und um 15:30 Uhr. Anschließend essen und spülen wir gemeinsam. Das Ende ist gegen 18 Uhr.
Bei der Zubereitung von landestypischen Speisen aus den Herkunftsländern der Teilnehmer und dem Gastland Deutschland lernen sich Aachener und Geflüchtete kennen.
Kochrezepte werden ausgetauscht und der anwesende Koch aus Aachen, Osama Saad, verrät beim Kochen Tipps und Tricks zu Einkauf und Zubereitung.
Geflüchtete und Aachener Freunde sind willkommen! Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir dringend kurzfristig um vorherige Anmeldung.
Die Veranstaltung ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Spendenkonto (Spenden können steuerrechtlich abgesetzt werden):
Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e. V.,
Stichwort: Kochen mit Freunden
IBAN: DE21 3905 0000 0000 3170 08 BIC: AACSDE33 (Sparkasse Aachen)

Mittwoch, 19. Oktober 2016 - Frauen, Kinder, Bücherwürmer

Nach dem schönen Sommer wurden von vielen Helfern und Migranten gefragt, ob unser "Kochen für Freunde" wieder starte, es sei doch gerade im langen grau-tristen Öcher Schmuddelwinter immer nett und warm und lecker gewesen und eine gute Gelegenheit zum Erzählen. Das Kochen hatten mir ja zu meiner großen Erleichterung die vielen erfahrenen Köche und auch Köchinnen aus diversen Ländern, allen voran Raja, abgenommen, sie können das wirklich besser als ich.

Es gab Zweifel, ob der Einsatz für den Kochtreff und gemeinsames Essen überhaupt noch Sinn macht, eigentlich gibt es mittlerweile doch schon viele Teestuben und Treffs, Cafés und Kümmerer, bezahlte und unbezahlte. Und das landestypische Essen, im Frühjahr noch heißbegehrt nach langen Monaten voller Brötchen mit Marmelade, Nudeln und Kartoffelbrei, das kann jetzt in vielen Unterkünften, aber auch in den privaten Wohnungen selbst gekocht werden.

Nicht zuletzt aus purer Nostalgie starteten Martin Obrikat und ich trotzdem noch einmal einen Rundruf per WhatsApp, der auch Familien herzlich einlud in die Auferstehungskirche in Forst.

Und dann kamen sie, die vielen kleinen Kinder. Genau damit hatte ich gar nicht gerechnet. Der Text in der Einladung hat offensichtlich die Familien gezogen. Muhammad aus Syrien brachte seinen Freund, der 4 kleine Kinder dabei hatte. Ein Gewusel zwischen 3 und 8 Jahren, die Geschichte dazu traurig, wie so viele Geschichten um die mitgeflüchteten Kinder. Die Mutter starb im Krieg in Syrien, der Vater ist noch dort . Sie sind mit den Großeltern gekommen. Eine deutsche Familie hat sich ihrer angenommen. Es ist so toll, dass es sie gibt! Ich habe noch nicht gewagt zu fragen, wo sonst noch Hilfe gebraucht wird . Sie sind blitzgescheit und aufgeweckt und suchen nach Aufträgen. Tisch decken, Gläser bringen, ausschenken, ein Fulltime- Programm. Sie heften sich gleich an die Fersen der Tante (so werde ich immer genannt) und ich muss mir schnell was einfallen lassen...

Dann dieser flehend-freundliche Blick der Gruppe sprachloser erwachsener Frauen. Das sind die, die, schwer vermittelbar, kein Bildungsträger gezielt bewirbt, kein Jobcenter im System hat. Viele bleiben monatelang in ihren Wohnungen, in ihren Zimmern, in den Unterkünften. Wissen wir, warum? Nicht registriert, immer noch nicht!!! Es gibt dann keine offiziellen Sprachkurse.Und die vielen gemischten ehrenamtlichen Sprachkurse erreichen sie auch nicht. Gerade die älteren Frauen würden gerne etwas tun, eine Nähmaschine wäre auch klasse für seine Mutter, sagt Z.

Die Frauen in den Unterkünften, aber auch in den privaten Wohnungen, wo sie oft noch isolierter leben, sind doch die wichtigste Bezugsperson für die Kinder, die in unsere Gesellschaft hineinwachsen sollen, sie vermitteln das Frauenbild, das ihre Zukunft prägen wird! K., eine junge, sehr aktive und selbstbewusste Syrerin, hat sie heute mitgebracht, ich kenne sie schon lange. K.spricht auf B2- Niveau, hat einen Ausbildungsplatz in einem medizinischen Assistenzberuf selbst gefunden und sucht nun mit ihren Bekannten, Verwandten und Freundinnen einen geschützten Raum, in dem sie sich treffen und austauschen können. Sie würde die Organisation selbst übernehmen, sie kennt die Bedürfnisse der Frauen genau. Da müssen wir uns nicht kümmern, da können auch wir Helfer unsere Ressourcen schonen. Selbstermächtigung ist hier wieder das Stichwort. Martin und ich suchen jetzt solch einen Raum. Wer kann unterstützen?

Ich freue mich, M. wieder zu treffen.Er ist seit Januar in unserem Orbit, immer noch in der abgelegenen Unterkunft und fühlt sich sehr allein. Er spielt seit 7 Jahren Oud, wir entdecken ihn in einem separaten Raum, wie er selbstvergessen am Klavier sitzt. Ein deutscher Freund, das wäre klasse, so einer mit dem er in die Stadt fahren kann, Fußball spielen, chillen und erzählen. Da kenne ich einige, sie suchen Kontakte zu Deutschen. Start-with-a-friend.de wäre da vielleicht eine gute Idee. Unglaublich, wie M. schon deutsch gelernt hat, aber M. kennt sich ja auch aus. Er habe in Syrien Bibliothekswesen studiert und fahre jeden Tag in die Stadtbibliothek. Seit unseren ersten Ausflügen dorthin habe er den Zugang gefunden und liebe die Atmosphäre und das Angebot wie "Dialog in Deutsch" dort. Und über das WLAN habe er dort Sprachkurse gemacht, Grammatik vor allem. Ja, das WLAN, das in den meisten nterkünften trotz fehlender Sprachkurse immer noch nicht eingerichtet ist. Ein leidiges Thema für uns Helfer, nicht nachvollziehbar die verbohrte Politik hierzu. Nicht auszudenken, wie viel weiter die meisten Migranten sprachlich schon wären, wenn WLAN zur Nutzung von online- Sprachkursen in den Unterkünften angeboten würde. Dafür sei eben kein Geld da, lautet die stereotype Antwort. Wirklich?

Wir wäre es, denke ich mir dort unter der Auferstehungskirche, wenn wir heute einen kleinen kompakten Vortrag angeboten hätten: Was gibt es wo in Aachen, wie und wo kann man selbst Jobs suchen, wo gibt es Alltagshilfe, Sport, wo trifft man junge Deutsche, wo kann man sich ohne Männer treffen... Oft ist der Weg zu den Anlaufstellen trickreich, viele Neue kennen nicht einmal die Basics, fällt mir immer wieder auf: Sprachkursangebot, Bildungsberatung, Integration Point, Alltagshilfe. Es gibt viele Beratungsstellen mit wirklich gutem Angebot, ich nehme mir vor, zu helfen, dies systematischer zu kommunizieren, auch unseren Whatsappkanal dazu mehr zu nutzen.

Wir erreichen schon viele. Alle noch nicht. Aachen, sagen sie mir, würde hoch gehandelt in den bundesweiten Netzwerken der geflüchteten Menschen, die bei uns Schutz suchen. Hier in Aachen gibt es viele Kontakte zu Deutschen über die vielen Initiativen, die jetzt auch zunehmend von städtischer Seite koordiniert werden: Danke z.B. an Moni Granz! Und das sei eben der Königsweg zu Sprache, Ausbildung, Wohnung, Arbeit: Kontakte zu den Alt-Öchern. Aber bei der Frage zum Thema Asylverfahren, Arbeitsgenehmigungen und Sprachausbildung werden sie stiller. Bescheiden und vorsichtig kommt hier und da ein Hinweis: da kommen wir hier in Aachen im bundesdeutschen Vergleich der Asylbewerber sehr schlecht weg. Naja, vielleicht wird sich das bald ändern, wenn jetzt endlich nach über einem Jahr der Prozess der Registrierung abgeschlossen ist und die behördlichen Voraussetzungen für den Antrag auf Asyl, der ja bisher noch nicht gestellt werden konnte, und damit die Zulassung zu Sprach- und Integrationskursen geschaffen ist. Bis dahin spart die Stadt noch viel Geld. Wirklich, auf lange Sicht gesehen?

Danke, Martin Obrikat, dass du trotz deines vollen Programms Zeit hattest, uns am Mittwoch in der Auferstehungskirche einzubauen, das war ein Einblick in deine engagierte Gemeindearbeit in Action, nicht nur 100000 Legosteine für die Ferienspiele müssen da beständig gerockt werden...

Und mein Fazit: Es hat uns allen Spaß gemacht und würde bestimmt wieder gerne angenommen. Aber wie viele Helfer in Aachen bin auch ich am Limit, ich möchte mir meine Kraft sparen für das Thema, das neben der Sprachvermittlung wirklich und sehr konkret drängt: Ausbildung und Arbeit. Selbstvertrauen schaffen, Hilfe zur Selbsthilfe aufzeigen und Ziele setzen helfen.

Heike (Dr. Heike Heinen, Hergenrath)

Dienstag, 3. Mai 2016 - Mantos

Dienstag, 26. April 2016 - Palak Chicken(Spinat mit Hähnchen) und Sabzi Pulao (Gemüse-Reis)

Kuchen

Dienstag, 19. April 2016 - Hähnchen mit Reis und Nachtisch

Dienstag, 12. April 2016 - Pizza

Anfang

Fast fertig

Fertig

Dienstag, 5. April 2016 - Mantos, Brot und Joghurt-Sauce

Dienstag, 22. und 29. März 2016 - Osterferien

An die Arbeit

Man at work  Stolz

Fertig

Dienstag, 15. März 2016 - Gemüseauflauf, Gurken-Minz-Joghurt

Kochen Kochen

Frau Heike kocht

Fertig

Es schmeckt

Tafel

Dienstag, 8. März 2016 - Hähnchen in Zitronenbutter mit Zucchini

Das Menü

Unter Beobachtung

Vom Meister lernen Zucchini

Beim Schneiden Voller Topf

Beim Essen

Auf die Teller Spülen